Praktikum in Seoul, Suedkorea 2026: Kosten, Visum und Bewerbung fuer Schweizer Studierende
Was ein Praktikum in Seoul wirklich kostet, welches Visum je nach Praktikumsart passt und in welchen Stadtteilen Praktikanten am besten wohnen.
Was kostet ein Praktikum in Seoul pro Monat? Rechne mit 1.200 bis 1.500 Fr. Gesamtbudget pro Monat, inklusive Miete fuer ein Goshiwon-Zimmer oder One-Room-Studio, Essen, oeffentlichem Verkehr, Handy und etwas Freizeit. Das Visum haengt von der Art des Praktikums ab: fuer strukturierte Praktika ist meist das D-4 Visum (General Trainee) vorgesehen, waehrend andere Konstellationen ein arbeitsbezogenes Visum wie D-10 erfordern koennen. Die genaue Kategorie muss immer mit dem koreanischen Gastunternehmen abgeklaert werden.
Seoul auf einen Blick
- ✓ Kosten: 1.200-1.500 Fr./Monat Gesamtbudget
- ✓ Visum: meist D-4 (General Trainee) fuer strukturierte Praktika, je nach Fall auch D-10 oder anderes Arbeitsvisum, immer mit Gastunternehmen abklaeren
- ✓ Miete: 400-700 Fr. fuer Goshiwon oder One-Room-Studio
- ✓ Flug ZRH-ICN: ca. 11-12h, meist mit Stopp (Turkish Airlines, KLM, Emirates)
- ✓ Arbeitssprache: Englisch bei internationalen Firmen und vielen Startups, Koreanisch im Alltag hilfreich
- ✓ Botschaft: Koreanische Botschaft in Bern, Kalcheggweg 38, 3006 Bern
Warum Seoul fuer Schweizer Praktikanten interessant ist
Seoul ist eine der dichtesten Tech- und Kulturmetropolen Asiens, mit einer Startup-Szene rund um Pangyo, das gerne mit dem Silicon Valley verglichen wird, grossen Konzernen wie Samsung, LG, SK und Hyundai, und einer wachsenden Zahl internationaler Buerostandorte grosser Beratungen und Tech-Firmen. Fuer ein Praktikum bedeutet das: viel Auswahl, kurze Wege in der Stadt dank einem der besten U-Bahn-Netze der Welt, und ein Alltag, der Hightech und Tradition auf engem Raum verbindet.
Im Vergleich zu Tokyo oder Singapur ist Seoul bei den Lebenshaltungskosten meist die guenstigere Option, gerade bei Miete und Alltagsausgaben. Das macht die Stadt zu einem attraktiven Ziel, wenn du ein laengeres Praktikum ohne grosszuegiges Stipendium planst.
Das Visum: was fuer Schweizer wirklich zaehlt
D-4 Visum, General Trainee
Fuer strukturierte Praktika ueber eine anerkannte Institution, etwa im Rahmen einer Hochschulkooperation oder eines Trainee-Programms bei einem koreanischen Unternehmen, ist meist das D-4 Visum vorgesehen. Es deckt Ausbildungs- und Praktikumsaufenthalte ab und wird ueber die aufnehmende Institution beantragt.
D-10, Job-Seeking und angrenzende Kategorien
Das D-10 Visum ist eigentlich fuer die Jobsuche gedacht und in der Regel nicht die richtige Wahl fuer ein klassisches Studierendenpraktikum. Manche laengeren, unternehmensgesponserten Aufenthalte werden aber ueber andere arbeitsbezogene Visumkategorien abgewickelt, abhaengig von Vertragsform und Dauer. Auch hier gilt: dein Gastunternehmen kennt die fuer euren Fall korrekte Kategorie am besten.
Kurzaufenthalte ohne Visum
Fuer sehr kurze, unbezahlte Praktika oder Recherche-Aufenthalte bis zu 90 Tagen koennen Schweizer visumfrei einreisen. Sobald eine Verguetung oder ein laengerer strukturierter Aufenthalt im Spiel ist, braucht es in der Regel eine der oben genannten Kategorien.
Visum-Zeitplan, typischer Ablauf
- Praktikumsstelle sichern und mit dem Gastunternehmen die richtige Visumkategorie klaeren
- Unterlagen zusammenstellen: Einladungsschreiben, Nachweis der Institution, Versicherungsnachweis
- Antrag bei der koreanischen Botschaft in Bern einreichen
- Bearbeitungszeit, in der Regel einige Wochen, je nach Visumkategorie unterschiedlich lang
- Einreise nach Suedkorea, Registrierung bei der zustaendigen Immigration Office falls erforderlich
Gesamte Vorlaufzeit: Plane grosszuegig, mindestens zwei bis drei Monate vom bestaetigten Praktikumsplatz bis zur Einreise, da die Klaerung der Visumkategorie selbst schon Zeit braucht.
Lebenshaltungskosten in Seoul
Seoul hat den Ruf einer teuren Metropole, das stimmt fuer zentrale Buerolagen und beliebte Ausgehviertel. Fuer Praktikanten mit einem realistischen Budget ist die Stadt aber deutlich guenstiger als ihr Ruf vermuten laesst, vor allem bei Miete, oeffentlichem Verkehr und Alltagsverpflegung.
| Kostenposten | pro Monat |
|---|---|
| Goshiwon-Zimmer oder One-Room-Studio (Hongdae, Sinchon-Naehe) | 400-700 Fr. |
| Lebensmittel & Essen (Konbini-aehnliche Laeden, Studentenrestaurants) | 300-450 Fr. |
| Oeffentlicher Verkehr (T-money Karte, U-Bahn + Bus) | 40-60 Fr. |
| Handy / Prepaid-SIM fuer Auslaender | 25-40 Fr. |
| Nebenkosten (Strom, Wasser, Internet, meist anteilig im Goshiwon inbegriffen) | 30-60 Fr. |
| Freizeit, Ausfluege, Cafés | 150-250 Fr. |
| Total | 1.200-1.500 Fr. |
Geheimtipp: Ein Goshiwon ist ein sehr kleines, moebliertes Einzelzimmer, urspruenglich fuer Pruefungskandidaten gedacht, oft mit Gemeinschaftskueche und teils mit kostenlosem Reis inklusive. Fuer die ersten ein bis zwei Monate ist das eine guenstige und schnelle Loesung, bevor man sich fuer ein regulaeres One-Room-Studio entscheidet.
Wohnen in Seoul: die besten Stadtteile fuer Praktikanten
- Hongdae: Junges, kreatives Viertel nahe mehrerer Universitaeten, gute Wahl fuer Praktika in Design, Medien und Kreativbranchen, viel Nightlife und guenstige Cafés
- Gangnam: Das Geschaeftszentrum Seouls, kurze Wege zu Konzernen, Finance und internationalen Buerostandorten, dafuer hoehere Mieten
- Sinchon / Ehwa: Studentisch gepraegt, guenstigere Mieten, sehr gute U-Bahn-Anbindung, ideal fuer ein knappes Budget
- Itaewon: International gepraegtes Viertel mit vielen Expats, praktisch fuer den Einstieg, aber etwas teurer als Sinchon
Plattformen fuer die Wohnungssuche: Zigbang, Dabang (koreanische Wohnungs-Apps), Naver Real Estate, Facebook-Gruppen fuer Expats in Seoul, sowie direkte Vermittlung ueber die Gasthochschule oder das Gastunternehmen fuer die ersten Wochen.
Ein Beispielbudget fuer einen Schweizer Praktikanten
Nina, 23, studiert Betriebswirtschaft an der Universitaet Zuerich und macht ein sechsmonatiges Praktikum bei einem koreanisch-internationalen Marketing-Startup in Gangnam. Sie wohnt in einem One-Room-Studio in Sinchon fuer 550 Fr. pro Monat, kocht meist selbst mit Zutaten vom lokalen Markt und isst zwei- bis dreimal pro Woche auswaerts. Ihr Gesamtbudget liegt bei rund 1.350 Fr. pro Monat, inklusive T-money Karte fuer die 25-minuetige Pendelstrecke nach Gangnam und einem monatlichen Wochenendausflug innerhalb Suedkoreas.
Ihr Fazit: Die Anfangsphase mit Visumsklaerung und Versicherung war der aufwendigste Teil, danach war der Alltag in Seoul deutlich guenstiger und einfacher zu organisieren als erwartet.
Sprache und Alltag
Bei internationalen Firmen, vielen Startups und Buerostandorten in Gangnam und Pangyo ist Englisch als Arbeitssprache ueblich. Im Alltag, beim Einkaufen, bei Behoerdengaengen oder im Restaurant ausserhalb der Innenstadt wird deutlich mehr Koreanisch gesprochen. Ein Grundkurs vor der Abreise, etwa ueber TOPIK-Vorbereitungsapps oder Duolingo, erleichtert den Einstieg erheblich, gerade beim Umgang mit Behoerden und im Goshiwon-Alltag.
Wichtig ist auch eine internationale Auslandskrankenversicherung fuer die gesamte Praktikumsdauer. Die Schweizer Grundversicherung deckt Suedkorea in der Regel nicht ausreichend ab, und private Kliniken in Seoul koennen ohne Versicherung teuer werden.
Bewerbung: so gehst du vor
Dein Zeitplan
- Jetzt: Stellen recherchieren, Gastunternehmen kontaktieren, passende Visumkategorie erfragen
- 4-6 Wochen spaeter: Bewerbungsunterlagen einreichen, Interview durchfuehren
- Nach Zusage: Visumsunterlagen zusammenstellen, Versicherung abschliessen
- Danach: Visum-Antrag bei der koreanischen Botschaft in Bern einreichen
- Kurz vor Abreise: Unterkunft in Sinchon, Hongdae oder Gangnam organisieren
Ein strukturiertes Profil hilft dabei, dich koreanischen und international ausgerichteten Unternehmen gezielt zu zeigen, statt nur einen Lebenslauf zu schicken. Mehr dazu, wie ein Living Profile funktioniert, und wie es dir hilft, bei Gastunternehmen in Asien und Europa gleichermassen aufzufallen.
Fuer Praktikanten, die zwischen mehreren asiatischen Zielen abwaegen, lohnt sich auch ein Blick auf unseren Guide zu Japan oder den Guide zu Singapur, beide mit vergleichbaren Visum- und Kostenfragen.
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